Gamification in der Bürgerbeteiligung – Wie spielerische Formate die aktive Teilnahme fördern

BürgerInnen rücken als zentrales Element einer Smart City in den Mittelpunkt der Stadtentwicklung. Denn das Ziel einer smarten Stadt ist immer, das Leben der BewohnerInnen einfacher, sicherer und nachhaltiger zu gestalten. Dazu muss die Stadt die Ideen und Sorgen der BürgerInnen kennen. Doch Bürgerbeteiligung ist vielerorts durch langwierige Prozesse, einen komplizierten Zugang und das Gefühl der Unwirksamkeit geprägt. Deshalb sollen digitale und spielerische Formate dabei helfen, generationsübergreifend mehr Menschen aktiv in Planungsprozesse einzubeziehen.

Das Wichtigste in Kürze

Bürgerbeteiligung muss attraktiver werden und das Mitwirken sollte einfach möglich sein. Mithilfe von Gamification und einem einfachen digitalen Zugang von jedem Ort, können Städte in einen engeren Dialog mit der Bevölkerung treten. Die Erhebung von Ideen, Interessen und Bedenken aller Altersklassen ist die Grundlage für eine bürgergerechte Planung und deren gesamtgesellschaftliche Akzeptanz. Eine innovative Bürgerbeteiligung bestärkt die Politik, eine gelebte Demokratie und die Zufriedenheit der BewohnerInnen.

Welche Faktoren verhindern eine aktive Partizipation?

Bürgerbeteiligung ist bislang vielerorts kompliziert und monoton. Die Methoden und Instrumente der Partizipation begrenzen sich oftmals auf langwierige Bürgerversammlungen, Konferenzen, mühseliges Unterschriftsammeln und eingestaubte online Foren. Insbesondere für junge und berufstätige Menschen und Familien sind aufgrund dessen die Möglichkeiten des Mitbestimmens beschränkt. Es fehlt Zeit und Lust. Hinzu kommt die Grundeinschätzung, überhört zu werden und machtlos zu sein. Das Gefühl der Unwirksamkeit ist das Gift für eine aktive Bürgerbeteiligung.

Gamification als Lösungsansatz 

Spielen macht Spaß. Es begeistert und fesselt. Der Begriff der Gamification bedeutet, den menschlichen Spieltrieb auf einen spielfremden Zusammenhang zu übertragen. Die Einbindung von spielerischen Elementen weckt Emotionen und angeborene Bedürfnisse des Menschen. Der Trieb nach Wettbewerb und der Verbesserung des eigenen Könnens ist tief in uns verankert. Darum kann die Motivation und Aufmerksamkeit bei scheinbar langweiligen und monotonen Aufgaben durch Gamification aufrechterhalten werden und die Abbruchwahrscheinlichkeit vermindert werden. Eintönige Prozesse und komplexe Aufgaben werden durch spieltypische Elemente der Gamification bereichert und erleichtert. Anwendungsbeispiele sind Belohnungssysteme, eine Feedbackfunktion, Levelaufstieg, Ranglisten, Auszeichnungen und Fortschrittsbalken.

Beispiele für den Einsatz von Gamification

Gamification begleitet uns bereits in vielen Bereichen des Alltags. Durch den Einsatz von spieltypischen Elementen in Fitness-Apps werden unsere Motivation und Produktivität gesteigert. Anhand von Badges, die als digitale Orden und Pokale zu verstehen sind, werden wir für fleißige Trainingseinheiten belohnt. Doch auch Cafés, Bäckereien, Friseure und viele weitere nutzen Elemente der Gamification. Bereits das Sammeln von Punkten mit Stempelkarten und Kundenkarten kann als Gamification verstanden werden. Denn ausstehende Belohnungen und Vergünstigungen für das Ansammeln von Punkten führen zu einer Steigerung der Kauflust. Weitere Beispiele für Anwendungen sind auf Bewertungsportalen zu finden. Diese Seiten sind auf eine rege Beteiligung angewiesen. Aufgrund dessen werden aktive und ehrliche BewerterInnen belohnt, indem sie in Ranglisten aufsteigen oder Bagdes erhalten. 

Wie lässt sich Gamification für Bürgerbeteiligung einsetzen?

Auch Bürgerbeteiligung lebt von aktiver Teilnahme. Um die Partizipation zu beleben, kann Gamification in dem Kontext der Bürgerbeteiligung zur Unterstützung des Austauschs eingesetzt werden. Bereits die Möglichkeit der digitalen Teilnahme erleichtert den Zugang und mindert das Ausmaß des Aufwands. Doch Bürgerbeteiligung wird nicht gleich besser, bloß weil sie digital stattfindet. Foren müssen mit Leben gefüllt werden.

Feedbackfunktion

Der Einsatz einer Feedbackfunktion kann Foren lebhafter und interaktiver gestalten. Durch das Liken und das Unterstützen von Beiträgen, Ideen und Kommentaren wird der spielerische Trieb des Menschen erweckt. NutzerInnen werden zu besonders bedachten und innovativen Ideen angetrieben, weil sie viele Likes und positives Feedback erlangen wollen. Dazu bekommen sie direktes Feedback und bemerken, dass ihre Stimme gehört und ihre Gedanken diskutiert werden.

Auszeichnungen, Belohnungen und Ranglisten

Besonders aktive NutzerInnen und VerfasserInnen von Beiträgen, deren Idee viele BürgerInnen zustimmen, können dazu ausgezeichnet werden. Die Auszeichnung und die Möglichkeit des Levelaufstiegs regen die Mitarbeit an und motivieren zur aktiven Teilnahme. Mithilfe eines Belohnungssystems können außerdem Personen, deren Anregungen zu einer tatsächlichen Umsetzung geführt haben, gewürdigt werden. Die Belohnungen können auf die neu angestoßenen Umsetzungen bezogen werden, indem beispielsweise Gutscheine oder Vergünstigungen für neue kulturelle Einrichtungen vergeben werden.

Planungsprozesse spielerisch erproben

Ein weiteres Beispiel für Gamification ist die Aufbereitung von Planungsvorhaben mit Augmented Reality. Die erweiterte Realität kann bislang Unsichtbares sichtbar machen und Entwürfe erfahrbar machen. Dadurch kann die Wirkung wie mit Legobausteinen spielerisch getestet werden. Gesteigertes Verständnis und kreative Mitarbeit sind nur einige Beispiele des möglichen Nutzens, der aus der Gamification resultieren kann.

Dennoch, bei der Umsetzung muss auf eine gekonnte Dosierung der Gamification geachtet werden, damit der Kontext der Bürgerbeteiligung geachtet wird. Eine visuelle Gestaltung, die sich auf das Wesentliche konzentriert, sichert die Verständlichkeit, Seriosität und die Bereitschaft der aktiven Teilnahme. Die innovative Aufbereitung der Bürgerpartizipation durch Gamification bietet großes Potenzial, um mehr BürgerInnen aktiv in Planungsprozesse einzubeziehen. Die gesammelten Ideen und Anregungen bestärken die bedarfsgerechte Entwicklung der Stadt und sichern die Akzeptanz und Zufriedenheit der BewohnerInnen. 

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