GAIA-X: Wie eine EU-Cloud Smart Cities vorantreibt

Die Realisierung smarter Städte und Regionen ist ohne Cloud Technologien undenkbar. Doch der Markt der Cloud-Anbieter wird von amerikanischen Anbietern dominiert, deren Datenschutzgrundsätze nicht dem europäischen Standard entsprechen. Deshalb hemmen Sicherheitsaspekte Städte und Regionen bislang, die von ihnen generierten Daten über Cloud-Technologien zu koordinieren. Mit GAIA-X entsteht ein europäischer Lösungsansatz einer vernetzten Dateninfrastruktur.

Das Wichtigste in Kürze

VertreterInnen aus EU-Ländern arbeiten an einem vernetzten europäischen Ökosystem namens GAIA-X, dass Daten zusammenführt und vertrauensvoll speichert. Als sicherer Cloud-Anbieter soll GAIA-X sicherstellen, dass Europa in Zukunft digital unabhängig agieren kann. Aus der Kombination der Datenbestände sollen innovative Dienste und ein Mehrwert für AnwenderInnen resultieren.

Daten müssen vernetzt werden, um smarte Services zu realisieren

Die Bahn kommt zu spät ist das Carsharing-Auto verfügbar, kein Stau auf der Strecke und ein Parkplatz in der Innenstadt frei. Eingestiegen, Parkplatz reserviert, losgefahren, geparkt – eine multimodale Lösung immer parat. So könnte es in der Zukunft klingen.

Denn nicht nur Privatnutzer und Unternehmen, die an mehreren Standorten arbeiten, profitieren von dem Service einer Cloud. Auch Städte und Regionen generieren täglich unzählige Daten, deren Verknüpfung und Verarbeitung intelligente Services für BürgerInnen, Unternehmen und Verwaltungen ermöglicht. Daten müssen gespeichert, verknüpft und zur Verfügung gestellt werden. Cloud-Technologien bilden das Rückgrat datengetriebener Städte und smarter Regionen, indem sie die nötigen Infrastruktur- und Speicherkapazitäten für Daten bereitstellen. Die Infrastruktur einer Cloud für Software, Speicher und Rechenleistung bildet die Grundlage für zahlreiche Anwendungen und Dienste.

Datenschutzrechtliche Anforderungen an Cloud-Anbieter

Städte und Regionen stehen vor der Herausforderung, einen besonders sicheren Schutz für die in Verwaltungen generierten sensiblen und personenbezogenen Daten zu gewährleisten. Bislang bestimmen große Cloud-Anbieter wie Amazon, Microsoft und Google etwa 75 Prozent des Gesamtmarktes. Doch die Standards der US-Anbieter entsprechen nicht den Anforderungen eines solchen Datenschutzes.

Das im Juli 2020 verkündete Urteil des Europäischen Gerichtshofs verstärkte erneut die Rechtsunsicherheit bei der Nutzung ausländischer Clouddienste für personenbezogene Daten. Denn laut amerikanischem Recht dürfen US-Anbieter auch dann auf die Daten von EU-BürgerInnen zugreifen, wenn diese in europäischen Rechenzentren der amerikanischen Anbieter gespeichert sind.

Aufgrund dessen fehlt Städten ein Cloud-Anbieter, der die nötigen datenschutzrechtlichen Anforderungen erfüllt. GAIA-X legt nach eigenem Bekunden besonders viel Wert auf Datenhoheit. Anwender sollen selbst entscheiden, wo Daten gespeichert werden und von wem sowie zu welchem Zweck sie verarbeitet werden dürfen. Auch vor dem Hintergrund möglicher Handelskonflikte soll GAIA-X Europa helfen, auf Dauer durch Datensouveränität digital unabhängig zu werden.

Warum GAIA-X kein Konkurrenzprodukt ist

Anstelle einer weiteren Cloud soll GAIA-X ein Verbundsystem von bestehenden Cloudanbietern bilden. Das Cloud-Projekt ist als Impulsgeber und neutraler Mittler zu verstehen, der den sicheren Austausch von Datenbeständen ermöglicht. Die AkteurInnen der Plattform sollen dazu über einheitliche Open Source Schnittstellen und gemeinsame Standards miteinander vernetzt werden. Für NutzerInnen dieser neuen Cloud-Lösungen sollen dadurch die Abhängigkeit an einen großen Anbieter vermieden werden und die Möglichkeit geben sein, mehrere Anbieter parallel zu nutzen und zwischen Cloudanbietern zu wechseln. Bislang nicht beteiligte und außereuropäische Cloud-Anbieter sollen jederzeit die Möglichkeit des Mitwirkens haben, sofern sie die Werte und Ziele von GAIA-X teilen und die Teilnahmebedingungen erfüllen.

Chancen durch GAIA-X

Daten sind die Rohstoffe für Geschäftsmodelle der Zukunft. Die von der Politik vorangetriebene gemeinsame Dateninfrastruktur soll deshalb in erster Linie durch die sichere Koordinierung von Daten als Innovationsplattform fungieren. Durch den breiteren Zugang und den daraus resultierenden Handlungsoptionen für Unternehmen und Geschäftsmodelle sollen Innovationen aus Europa heraus entstehen und weltweit wettbewerbsfähig werden. Auch für smarte Städte würde das bedeuten, dass ihre generierten Daten durch GAIA-X vertrauensvoll gebündelt werden können und neue Services für Verwaltungen und BürgerInnen realisiert werden können. Der Nutzen für Anwender steht bei der Verknüpfung der Daten im Fokus.

Das intelligente Verknüpfen verschiedener Datenbestände bietet großes Potenzial für die Entwicklung smarter Services. Sie sind auf der Suche nach einem Partner, der die Herausforderungen des Aufbaus einer Smart City verstanden hat und die technische Expertise mitbringt? Unser Netzwerk aus zahlreichen PartnerInnen ermöglicht es uns, innovative Lösungen anzubieten und den Aufbau Ihrer Smart City voranzutreiben. Schreiben Sie uns und vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch.

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