Digitale Barrierefreiheit geht uns alle an – Darum sind barrierefreie Webseiten für Städte unerlässlich

Das Internet – der universelle Zugang zu Information, gesellschaftlicher Teilhabe und smarten Services. Oder? Das Internet nimmt einen zunehmend wichtigen Bestandteil unseres Lebens ein und viele Dinge können mittlerweile einfach online erledigt werden. Insbesondere Smart Cities setzen vermehrt auf digitale Dienstleistungen und E-Government-Anwendungen. Doch nicht für alle ist die Zugänglichkeit gewährleistet. Denn ältere Menschen, Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen, Analphabeten, Mitbürger und Mitbürgerinnen, die Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben und viele mehr sind auf für sie zugeschnittene digitale Angebote angewiesen. Denn Inklusion und Integration gehen weiter im Netz!

Was bedeutet digitale Barrierefreiheit?

Unabhängig von benutzter Hardware, Software, Sprache, Kultur sowie physischen und kognitiven Fähigkeiten sollten alle Menschen Webangebote wahrnehmen, verstehen, über sie navigieren und mit ihnen interagieren können. Denn die Barrierefreiheit im Allgemeinen steht für einen umfassenden Zugang und uneingeschränkte Nutzungschancen aller Lebensbereiche. Die digitale Barrierefreiheit steht demnach für den Lebensbereich des Internets mit all seinen digitalen Anwendungen, die zunehmend auch Teil unseres Alltags werden. Dabei schließen digitale Barrieren besonders viele Menschen aus, obwohl die Digitalisierung besondere Chancen zur Überwindung bereithält. Um dennoch alle Menschen zu erreichen und die Auffindbarkeit und die Nutzung möglichst einfach zu gestalten, gibt es die digitale Barrierefreiheit.

Worauf es bei der digitalen Barrierefreiheit ankommt

Zur Gewährleistung der digitalen Barrierefreiheit muss einiges beachtet werden. Sowohl die Redaktion, die Webdesigner als auch die Webentwickler wirken bei der Umsetzung mit. Generell sind die folgenden Aspekte zu berücksichtigen:

Inhalte in Leichter Sprache

Inhalte in Leichter Sprache sind Textalternativen, die eine verständliche Variante der deutschen Sprache nutzen. Leichte Sprache verzichtet dabei beispielsweise auf komplizierte Wörter und lange Sätze. Doch die Leichte Sprache wirkt sich auch auf Zahlen, Ziffern, Grammatik, das Layout und vieles mehr aus. In jedem Fall hilft sie Menschen mit geringen Sprachkenntnissen, aber auch gehörlose Menschen bei dem Verständnis von Texten.

Inhalte in Gebärdensprache

Die Gebärdensprache als visuell wahrnehmbare Form der Sprache hilft nicht-hörenden und schwerhörenden Menschen beim Verständnis von audio- oder audiovisuellen Inhalten. So können zum Beispiel Medienalternativen für Videos auf Webseiten angeboten werden.

Audiodeskription oder Volltext-Alternative für Videos

Audiodeskription oder Volltext-Alternativen stellen gleichwertige Medienalternativen für Audio- oder Videodateien dar. Unter Audiodeskription versteht man eine akustische Bildbeschreibung, die erklärt, was in Videos oder Bildern zu sehen ist. Bilder und einige Videos beschränken sich auf die visuelle Wahrnehmung. Dadurch entstehen Barrieren für blinde und sehbehinderte Menschen. Doch auch aus anderen Gründen können Videos eine Barriere darstellen. So können einige Nutzer und Nutzerinnen gewisse Video-Formate nicht abspielen oder die Internetverbindung erlaubt kein Abspielen des Videos. An dieser Stelle helfen Volltext-Alternativen.

Webreader 

Webreader sind integrierte Vorlese- und Übersetzungsfunktionen, die es Senioren, Nichtmuttersprachlern, Menschen mit Sehbehinderungen, Analphabeten und Menschen mit anderen Leseschwächen ermöglichen, digitale Inhalte zu verstehen.

Style-Switcher

Mit Style-Switchern können Nutzer und Nutzerinnen alternative Farbkonfiguration wie Kontrast-Erhöhung auswählen und Inhalte vergrößern. Wie mit einem Schalter lassen sich auf diese Weise Inhalte ganz simpel an persönliche Bedürfnisse anpassen.

Sprachsteuerung und Eye-Tracking

Die Sprachsteuerung und das Eye-Tracking sind alternative Steuerungssysteme, um Menschen die Navigation ohne Maus oder Touchscreen zu ermöglichen. Die Assistenten sichern die Bedienbarkeit für Menschen mit motorischen Beeinträchtigungen.

Weiterentwicklung durch Feedback

Jeder macht mal Fehler und wir können voneinander lernen. Deshalb ist es wichtig, eine Feedback-Funktionen zur Verfügung zu stellen, damit Mängel bezüglich der Barrierefreiheit gemeldet werden können.

Darum ist die digitale Barrierefreiheit für Städte unerlässlich

Städte aufgepasst: In Deutschland gilt für öffentliche Stellen die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0), weshalb Barrierefreiheit von Internet-Auftritten und Apps für sie verpflichtend ist! Auf Grundlage der UN-Behindertenrechtskonvention und den Behindertengleichstellungsgesetzen der EU-Mitgliedsstaaten hat die Verordnung das Ziel, barrierefreie Informationstechnik in Deutschland zu schaffen. Denn insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Umsetzung des Online-Zugangsgesetztes (OZG) wird es immer wichtiger, dass digitale Verwaltungsdienstleistungen für jeden zugänglich sind.

Smart Cities sollten die digitale Barrierefreiheit des eigenen Webauftrittes nicht nur möglichst frühzeitig in den Planungsprozess integrieren, sondern kontinuierlich überdenken und weiterentwickeln.

Haben Sie Fragen zur Umsetzung der BITV 2.0 Richtlinien oder benötigen Sie Hilfe bei der technischen Realisierung von barrierefreien Web-Angeboten? Lassen Sie uns gemeinsam an der digitalen Barrierefreiheit arbeiten! Melden Sie sich ganz einfach über unser Kontaktformular oder rufen Sie uns an – wir freuen uns!

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